Mir wurde zugetragen, dass ich sehr wenig über meine Arbeit schreibe. Stimmt sogar.
Vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit ein Eckchen des Blogtisches von Krümeln zu befreien und eine Etagere mit Tortenheber für die Sahnestückchen in Sachen SIEBDRUCK freizumachen...
Dann lege ich mal los.
Die neue Blogrubrik für meine Siebdruckvorstellungen taufe ich auf dem Namen DRUCKFRISCH.
DRUCKFRISCH ist auch der Lemur: eine Illustration von meiner Lieblingskünstlerin und Kooperationspartnerin Ana, die mir glücklicherweise beim Drucken gemeinsamer Motive assistierend, motivierend und beratend zur Seite steht.
Die Motive und Produktüberlegungen bei unseren Kooperationen entstehen oft nach dem Hinundher-Prinzip, hier mal exemplarisch am Lemur dargestellt:
Ich (faule Sau, denn Ana kann besser malen): Ich brauche mehr Tiere!
Ana (voll fleißig): Büddeschön.
Ich: Den Schwanz kann man auch auf Geschirrtücher um die Ecke drucken, so als optische Täuschung und dann sieht es aus als wäre der ewig lang.
Ana: Und Kissenbezüge wären auch toll
Ich: Jepp. Dann drucke ich für den Kissendruck einen Schwanz extra auf Folie aus und wir legen fürs Beschichten dann Schwanz - Lücke - Lemur. Für den Geschirrtuchdruck legen wir einfach 2 Tücher nebeneinander und drucken einmal quer drüber, so dass der Lemurkörper auf dem einen Tuch und das andere Ende des Ringelschwänzchens auf dem anderen Tuch ist. Und dann das Gleiche nochmal anders hingelegt.
Ana: Äääääh... Ja, mach mal...
Prima Plan. Vielleicht.
Beim Drucken sieht's dann so aus: Am Drucktag stelle ich fest, dass alle Siebe, die ich beschichtet habe, für das Anderthalb-Lemurmotiv zu klein sind... Ömpf.
40cm Kissen-(und auch Motiv)breite klingt nicht viel, aber so lang sind die Standardsiebe gar nicht... Männer könnten 40cm wahrscheinlich besser einschätzen... oder auch nicht... *grübelt*... Außerdem braucht man links und rechts vom Motiv Spielraum zum Rakeln...
Locker bleiben... Dann eben fix ein größeres Sieb beschichtet und 1 Stunde Trockenzeit mit Heizlüfter eingeplant (ich Ökofreak kriege dann immer Gänsehaut, weil ich allergisch gegen Stromverschwendung bin und eigentlich immer über Nacht trocknen lasse, aber Ausnahmen sind bei Ökostrom in der Werkstatt in einer Krisensituation auch mal erlaubt)...
Zum Glück haben wir uns vorgenommen, heute nur mit einer Farbe zu drucken: Schwarz. Lemur in Schwarz, neuer Wolf in Schwarz, Wischi Waschi- und Suppenmonsternachdruck auf Biotücher und vielleicht noch eine Mini-Serie Tiger für Utensilotäschchen.
Während das eine Sieb also munter vor sich hin trocknet, kann ich die anderen neuen Motive auf die bereits am Vortag beschichteten Siebe belichten, Farbe anmischen (die braucht auch ein bisschen Eindickzeit...), Siebe auswaschen, Siebe faulerweise in die Sonne zum Selbsttrocknen stellen (spart auch wieder Fönström... äh -strom). Dann ist noch Zeit für einen Kaffee zwischendurch und schwuppdiwupp ist auch das neu beschichtete Sieb einsatzbereit, der Lemur kann aufs Sieb belichtet werden, ausgewaschen, geföhnt und abgeklebt werden... und los geht's...
Ta-daaaaaaaaaaaa. So sieht er aus:
![]() |
| So wurde gedruckt: 2 Geschirrtücher nebeneinander... |
![]() |
| http://de.dawanda.com/product/83555767-lemur-bio-geschirrtuch-handbedruckt |
Ach, während des Druckens kam dann irgendwann der Arbeitstitel LEMUR TOUJOURS zustande...
(Grübelpause)
(Grübelpause)
(Grübelpause)
(Grübelpause)
Falls es einer nicht versteht: das ist eine Anspielung auf l'amour toujours...
--------------
Wie SIEBDRUCK funktioniert, habe ich bereits ausführlich bei den Fredissimas erklärt. Zum Nachlesen habe ich hier mal die Beiträge aufgelistet, damit auch klar ist, was ich da oben alles von Belichten und Beschichten und Föhnen und so ein Kram fasel:
Vorgeschichte
Siebvorbereitung
Sieb Beschichten
Sieb Belichten
Und hier ein Erfahrungsbericht von Frau Lahja als die Fredissimas in Berlin zu Besuch waren























