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Mittwoch, 16. November 2016

MERKWÜRDIGES AM MITTWOCH / Jeden Tag Supermond

Seit die Rütlicampusbaustelle ihre Baukräne mit Nachtvogelflugverbotsbeleuchtung versehen hat, ist bei mir jeden Tag (oder jede Nacht...) Supermond und das in mehrfacher Ausführung. Ganze 2 Baukräne und 2 Gebäudemonde stehen auf wenige Quadratmeter wie in einer Windparkanlage für leuchtende Riesenmonde.

Und da ich keine Gardinen vor dem Fenster habe - brauche ich auch nicht, steht ja kein Haus direkt gegenüber - leuchtet das fette Ding, das am nächsten zum Fenster steht, immer nachts rein und simuliert eine "gemütliche" Vollmondlandschaft. Kein Scherz, mein Gehirn denkt wirklich immer, dass es Vollmond ist, denn es ist seit Jahrzehnten darauf konditioniert, ein im Nachthimmel gesichteten runden Leuchtkörper als Mond zu identifizieren und davon will es nicht abrücken. UFOs haben ja auch keine Chance. Die werden kategorisch als sich bewegende Vollmonde kategorisiert.

Aber dann wollte ich am Montag den echten Supermond fotografieren, der gerade um die Hausecke gelugt kam. Tja. Der musste wie man sieht mit den restlichen 4 künstlichen Supermonden konkurrieren:


Freitag, 24. Juni 2016

FISCH AM FREITAG / Regenbogenfisch

Es war einmal an der Stelle, wo ich diesen Fisch gefunden habe, eine wunderschöne Kleingartenkolonie. 2014 erwähnte ich sie bereits einmal >hier< im Blog.

Wie es oft so ist, merkt man erst, wenn es schon zu spät ist, dass man von den verschwundenen Dingen nie Bilder gemacht hat.

Die Kleingartenkolonie kann man auf diesem Foto ein wenig rückerahnen. Es ist das einzige Foto, das ich gemacht habe, aber nur weil ich das KOTZKÖLLN auf dem Haus dahinter festhalten wollte... LOL:

Mit Blick von meiner Wohnung aus auf die Rütlistraße (vorne) und Ossastraße (KOTZKÖLLN).

Später sah es dort dann so aus, weil die Natur sich die jahrelange Brache zurück eroberte:

Ein Blick von der Ossastraße aus (KOTZKÖLLN im Rücken), meine Wohnung hinten auf dem Foto.




Selbst die Mülltonne, die dort stehen geblieben war, wurde begrünt. Zwischenzeitlich gab es sogar eine kurz andauernde Gartenguerilla-Ära, die ziemlich schnell unterbunden wurde. Auch davon habe ich leider keine Fotos gemacht.


Und dann ging es ans Bauen. Alles Grüne musste wieder weg: 
Blick von der Pflügerstraße aus.
Aber das eine oder andere Relikt aus der Kleingartenkoloniezeit kam wieder ans Licht:





... und erinnerte mich an einen Fisch. Ich habe ihn mit nach Hause genommen. Hier sieht man ihn im Gespräch mit einem Regenbogenwurm, von dem er sich gerade verabschiedet:



(und wer genau hinguckt, sieht, dass ich ihn "gespiegelt" habe, denn ich kann nur Fisch von links nach rechts malen, umgekehrt wird nur ein Schuh daraus... LOL)

Verlinkt bei Andiva.

Mittwoch, 2. April 2014

Kunst im öffentlichen Raum / ehemalige Kleingartenkolonie aka Campus Rütli

Sagt Ihnen der Name "Rütli" noch etwas? Dem einen oder anderen Pädagogen unter Ihnen geht möglicherweise ein Licht auf. Die Rütlischule! Das war doch die "gefährliche" Schule im Berliner Ghetto Neukölln? Richtig.

2006 war sie deutschlandweit wochenlang Thema, denn die damaligen Lehrer/innen hatten einen Brandbrief verfasst, um die verzweifelte Lage an dieser Hauptschule deeskalieren zu lassen. Ich werde Sie nun nicht mit der Geschichte dieses Schuldramas langweilen. Nur so viel: der Rütli-Campus wurde zum wichtigsten Anliegen des Neuköllner Bürgermeisters und im Zuge dessen musste eine Autowerkstatt umgesiedelt werden und eine Kleingartenkolonie namens Hand-in-Hand, die schon seit 77 Jahren existierte, dem Erdboden gleichgesetzt werden. Der Abriss der grünen Oase passierte vor 2 Jahren und seitdem ist dort Brachland zu sehen.

Angeblich soll der Campus Rütli in diesem Jahr an der Stelle weitergebaut werden. Es soll ein Gebäude für Arbeitslehre und für berufsorientierende Angebote gebaut werden. Ich frage mich nur, ob man dafür wirklich so viel Grünland opfern musste... Viele Schüler/innen, Anwohner/innen und natürlich Kleingartenbesitzer/innen waren dagegen. Man hätte auch "Inklusion" betreiben können, z.B. zusammen mit den Schüler/innen die Gärten pflegen, Gemüse anbauen etc.
Im tazblog wurde kurz vor dem Abriss über die Kleingartenkolonie berichtet: hier bebildert nachzulesen.

Letzte Woche entdeckte ich allerdings eine Zwischennutzung auf der Brachebene: Plakate mit bunten bemalten Köpfen am Bauzaun und große weiße Klumpen, die an einem der alten erhaltenen Bäumen hängen... Ich habe keine Ahnung, wer der Künstler (oder die Künstlerin) ist, der das Gelände zurückerobert hat, aber ich finde es faszinierend.






März 2014



Hinter den Bäumen sieht man auf diesem Bild noch die Kleingartenkolonie, April 2010, Blick aus meiner Wohnung.

Das Wort "Kotzkölln" auf dem Gebäude im Hintergrund ist übrigens eine wunderbar emotionale Interpretation des Begriff "Kreuzkölln", das von Szenemagazinen und Berliner Trendentdecker gerne verwendet wird um das neutrendige Nordneukölln zu bezeichnen. Die hippe Konnotation, die Kreuzberg für manche beinhaltet (und ich schätze nicht, dass die Drogenszene Kreuzbergs Pate stand) sollte sprachlich mit dem bis dahin verpönte Neukölln gekreuzt werden, so dass ein braves szenetaugliches Kind Kreuzkölln geboren wurde, mit dem alle gerne spielen. Zumindest so lange, bis es einem auf die Lackschuhe kotzt... Kotzköln eben...