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Montag, 3. Oktober 2022

MONATSIMPRESSIONEN SEPTEMBER 2022 - Teil 2: Windmühlenberg Gatow

Die Septemberimpressionen gibt es dieses Mal in kleinen Häppchen... 

Es war einmal... ein kleiner Berg in Berlin-Gatow, im Süden Spandaus. 

Es fühlt sich ganz schnell gar nicht mehr wie Berlin an, sobald man am "S+U Rathaus Spandau" in den Bus 134 (nach Kladow/Hottengrund) steigt und 16 Minuten später an "Gatow Kirche" aussteigt, sondern wie im Märchenland. Hier sagen Fuchs und Hase sich vermutlich gute Nacht... Was 16 Minuten so ausmachen können...

Es lohnt sich wirklich, sich alles hier in der Gegend genau anzugucken, denn alles ist sehr klein und kompakt: Der Friedhof der Kirche Gatow (praktischerweise direkt an der Bushaltestelle) ist mini klein, aber man kann sich gut vorstellen, dass nicht nur Fuchs und Hase sich gut kannten, sondern auch die Dorfbewohner:innen, denn einige Grabstätten sehen sehr individuell gestaltet aus (Fotos habe ich aus Pietätsgründen allerdings nicht von den Gräbern gemacht).


Wenn man am anderen Ende des Friedhofs das Gelände verlässt, sieht man bereits die Steigung zum Mühlenberg. Ich weiß nicht, wer damals die Messlatte falsch gelesen hat, denn mir kommt der Berg eher wie ein Hügel vor... Kann man mit 52m echt von Berg sprechen??? Naja, ich werde mal lieber keine Namensänderung beim Mini-Rathaus auf die Tagesordnung setzen, dann dann müsste man die Hälfte aller Berliner Stadteile umbenennen. Ich sage nur Kreuzberg... 

Das Areal am Windmühlenberg ist nicht nur recht ... äh... unhoch, sondern mit seinen 5 Hektar auch nicht gerade riesengroß...

Netterweise gibt es eine Infotafel zum Naturschutzgebiet und somit weiß man auch gleich, worauf man sich gefasst machen kann: Eine karge, dünenähnliche Landschaft. Durch eine Holzumzäunung wird der Trockenrasen geschont, was die zahlreichen Heuschrecken (angeblich Blauflügelige Ödlandschrecken) nicht davon abhält, einem die Beine hochzuspringen. Fragt sich nur, wer sich vor wem erschrak an diesem besagten Tag im September. Die Viecher heißen vermutlich nicht umsonst Schrecken...



Eine Flechtenlandschaft, die in Berlin ihresgleichen sucht, säumt den sandigen Weg zur alten Holzmühle hoch, die übrigens nicht mehr im Originalzustand zu besichtigen ist. Die ursprüngliche Mühle wurde verkauft und - der Legende nach - als Teil einer Filmkulisse verbrannt, denn vom besagten Film soll keine einzige Kopie mehr existieren (wahrscheinlich war der eh so grottenschlecht, dass es denen peinlich war, dafür die schöne Mühle verbrannt zu haben, also haben sie gleich den Film nach Sankt-Nimmerleinsort verschwinden lassen). Irgendwoher hat irgendjemand dann einen Ersatz für die in Schutt und Asche gelegte Holzmühle besorgt und auf das Hügelchen platziert. Hübsch ist das Teilchen ja, muss man zugeben:




Am Berghang befinden sich übrigens dutzende von alten Obstbäumen, vor allem Apfelbäumchen, mit winzig kleinen Äpfelchen, die man auflesen kann und zugleich verkosten kann. Zuckersüß schmeckten die meisten... Die, die nicht schmeckten, sind ebenso in Sankt-Nimmerleinsort gelandet...

Auf dem Rückweg sah ich einige Scheunen, in denen regionales Obst und Gemüse verkauft wird und ich musste schmunzeln als der Groschen fiel, warum die kleine Straße zum Berggarten hoch "Schneewittchensteig" heißt... Wegen der Äpfel? Oder weil alles hier so klein ist als würden sieben Zwerge sich hier wohl fühlen?... wer weiß...


Solltet ihr jemals hierher kommen, dann geht unbedingt am Ende noch zur "Kleinen Badewiese" an der Havel. Geht einfach wieder Richtung Bushaltestelle, über die Straße (Alt-Gatow) rüber und da findet ihr diese malerische Bucht zum Hinsetzen, Picknicken, Tischtennisspielen (wie das mit dem Wind dort gut gehen soll, ist nicht mein Problem... Da, wo Windmühlen sind, sollte man keine Tischtennisplatte hinstellen, nur meine bescheidene Meinung, aber ich bin ja keine Tischtennisplanerin), Schaukeln, Schwimmen... Lasst euch was einfallen... Es lohnt sich.



Sonntag, 31. Juli 2022

MONATSIMPRESSIONEN: Juli 2022

9€ Ticket Klappe die Zweite.  

Ich war im Juli viel mit der Bahn unterwegs: Deutschland, Belgien, Niederlande, Österreich, allerdings nicht nur mit der Regionalbahn...

In chronologischer Reihenfolge zeige ich hier eine Auswahl meiner Monatsimpressionen.

* Berlin Hermsdorf:

... hier war ich in Berlin schon einige Male, aber dort ist es immer angenehm ruhig und für einen Rundgang an einem planlosen Wochenende ist es halt perfekt...


* Belgien: 

Um nach Belgien zu kommen (Eltern + langjährige Freundin besucht), musste ich eine Teilstrecke mit dem Regio fahren. Die Regionalstrecke zwischen Duisburg und Arnhem war allerdings die Hölle. Dort habe ich das ominöse Lied "Layla" zum ersten und zum hundertsten Mal auf der gleichen Zugstrecke gehört und die rekordverdächtig schlimmste Stunde meiner Bahnfahrkarriere verbracht, mit Bierdosen-mit-Fuß-Zerquetschern, Pinkelpausen-Zugverspätungs-Verursachern und Puffmuttersong-Mitgrölmeistern als akustische und sensorische Belastung. Für sowas sollte man Schmerzensgeld bekommen! 

* Deventer:

Zum Glück gab es auf der Rückfahrt von Belgien zurück nach Berlin keine Teilstrecke mehr mit der Regionalbahn... Ich wäre sonst durchgedreht... Es gab einen Umstieg in Deventer in den Niederlanden und die gute Stunde Umsteigezeit habe ich für einen Besuch an die Vogelinsel direkt in Bahnhofsnähe genutzt:



Zwischendurch war ich einen Tag in Berlin um liegen gebliebene Arbeit zu erledigen und dann ging's auch schon weiter nach Bayern zum meinem Freund... Nach dem angenehmen Sommerwetter in Belgien kam ein Wetterumschwung mit einer heftigen Hitzewelle in Süddeutschland. Mehr als ein paar Tagesausflüge (Schweinfurt + Karlstadt) und ein paar gechillte Gartenaufenthalte waren deshalb erstmal nicht möglich. Man konnte sich kaum bewegen... 

* Schweinfurt:


* Karlstadt:



Dann ging es weiter nach Prien am Chiemsee für eine Woche Urlaub mit Wasser, Bergen und... Schweiß, denn es gab immer noch die Hitzewelle. Wir waren froh, die Teilstrecke bis München im klimatisierten ICE gebucht zu haben. Ab München verblieb dann nur noch eine Stunde mit der Regionalbahn. Dort war es dann auch gut gefüllt und kuschelig warm...

* Chiemsee:

Wir wollten den Chiemsee komplett mit dem Fahrrad umrunden (knappe 60km), aber die Hitzewoche mit bis zu 33° hat uns einen Strich (fett, unterstrichen und kursiv!!!... ja, bei den Temperaturen können auch Striche kursiv sein...) durch die Rechnung gemacht. Von Prien aus haben wir auf der nördlichen Seite immerhin ein Drittel der Umrundung (und zurück natürlich, also trotzdem gute 40-45km) und einmal kreuz und quer durch die Eggstätter Seenplatten geschafft, südlich dann bis Bernau und Umgebung (Irschener Winkel). Die Linienbootsfahrten bis zu den Inseln (Herreninsel/Fraueninsel) haben wir auch ausgespart, da man auf den Inseln nicht Fahrrad fahren darf und es für fußgängige Wanderungen echt zu heiß war... Dafür haben wir nach unserer Fahrradtour in Gstadt noch ein kleines Motorboot ausgeliehen und sind einmal um die Fraueninsel gekurvt...





* Salzburg:

Was soll ich sagen: Die Stadt ist ein Traum. Wunderschön. Es gab veganes Eis, Hafermilch für den Kaffee und belgisches Kirschbier... und überall, wo man den Kopf hin gedreht hat, war etwas Schönes zu sehen... sehr sehr sehenswert und von Prien aus gut mit dem 9€ Ticket erreichbar!





* Wasserburg:

Wasserburg am Inn wurde als bildschöne Altstadt, die vom Strom komplett umschlungen wird, in meinem Reiseführer angepriesen. Der Skulpturenweg ist tatsächlich sehenswert und führt am Wasser entlang fast komplett um die Halbinsel herum. Ansonsten sollte man nach Salzburg einfach kein weiteres Städte-Sightseeing machen, denn an das bildschönere als bildschöne Salzburg kommt Wasserburg halt nicht heran...

* München:

München war für einen Tagesausflug am Rückreisetag perfekt, denn es mussten viele Stunden bis zur Abreise nach Berlin um 19h überbrückt werden. Das Gepäck wurde am Bahnhof sicher verstaut und dann ging es kilometerweise an der Isar entlang bis zum Englischen Garten und zum Marienplatz (kennt man aus den Nachrichten als Kulisse für die National-11, die ihre Pokale dort immer medienwirksam in die Höhe strecken, wenn sie mal wieder irgendwas gewonnen haben...) und an der Frauenkirche vorbei, Nackenstarre inklusive!


Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, aber ich habe die Fotos in einen kleinen Reisebericht eingeflochten, da die unbeteiligte Leserin oder der unbeteiligte Leser sich sonst über den Kuddelmuddel der Örtlichkeiten gewundert hätte... 

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Nachschlag für OLe: auch auf dem Wasser ist man nicht mehr sicher...



Mittwoch, 30. Juni 2021

MONATSIMPRESSIONEN / Juni 2021

Es war knapp. Fast hätte ich die Monatsimpressionen nicht geschafft, weil mein Internet tagelang unterbrochen war. Ein neuer Router sollte her, der dann auch nicht funktionierte. Angeblich war es erst NICHT die Telefonleitung, dann wieder DOCH die Telefonleitung, woran die Störung lag... Nein! Doch! Oh! Ich fühlte mich an Louis de Funès erinnert... Enfin: Ich stellte mich schon auf wochenlange internettechnische Smartphone-Umleitungen ein, die mir die Lust am Bloggen genommen hätten, denn zu überlegen, wie ich die Fotos von der Kamera auf das Smartphone-Internet bekäme, das wäre dann doch zu viel des Guten gewesen. 

Aber: Ich fuhr ein paar Tage weg, ließ den Router alleine in seiner Ecke schmollen und als ich Montagspätabend zurückkehrte, habe ich "auf doof" den alten Router probeweise angeschlossen, denn Dienstag sollte der Techniker vorbei schauen... und entweder haben die Heinzelmännchen in meiner Abwesenheit das Internet wieder heilmassiert oder es war das 7. Weltwunder... Egal, welche von den beiden Erklärungen stimmt, hier sind dann noch ein paar Impressionen aus meinem Juni... und ein Glück, dass ich schon so viel vorab gezeigt hatte, denn zu den Impressionen vom Blankenhorster Sand, vom Mauerweg und aus Ahrensfelde kommen aus diesem ereignisreichen Monat noch Fotos von der Malchower Aue (Berlin) und aus Franken (Würzburg und Veitshöchheim).

Noch dachte ich, ich würde Störche in der Malchower Aue finden...
Mein Name ist Hase. Nicht Storch.

Malchower See





Störche sah ich dann vom Zug aus auf einem Acker kurz vor Fulda, wo ich umsteigen musste, um nach Würzburg zu kommen, leider ohne Beweisfoto.

Die paar Tage in Unterfranken werde ich auch so schnell nicht vergessen, zumal ich just an dem Tag ankam als die Messerattacke mit 3 Toten und vielen Verwundeten in Würzburg geschah und wir nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt waren, uns über die vielen Polizeiautos und mulmige Atmosphäre in der Stadt wunderten und durch die Tatortabsperrung nicht rechtzeitig zum Bahnhof kamen, weil wir noch ein Stückchen weiter reisen wollten... 

Eine bestimmte Partei versuchte am nächsten Tag (wieder in Würzburg) das Geschehen zu ihrem Gunsten zu nutzen um potenzielle Stimmen zu fangen, aber in der Stadt dominierten zum Glück die bunteren Fahnen. Sogar die Straßenbahnen waren vorne anlässlich des Pride-Monats (und das in Bayern!!!!) mit Regenbogenfähnchen geschmückt:



Die nächsten Tage waren dann viel entspannter. Wir sind u.a. mit der "Alten Liebe" nach Veitshöchheim (bei Würzburg) geschippert:





Veitshöchheim


Rokoko Garten


In Würzburg selbst haben wir uns - nachdem wir unsere Beine und Arme auf einem Abenteuer Minigolfplatz mit 20m langen "Mini"golfbahnen vertreten konnten - u.a. im Stadtteil Hubland umgesehen, wo 2018 die Landesgartenschau auf einem ehemaligen Kasernengelände stattfand und wo sich bunt-blühende Wiesen zwischen alten Ausstellungsstücken befinden:

Hubland 

Die Beine durften wir dann an dem Tag noch viel länger vertreten als geplant als wir merkten, dass im Bezirk Hubland, wo auch die Universität Würzburg sich befindet, Busse samstags nur bis mittags zurück in die Innenstadt fahren... Damit war dann auch die Frage geklärt, warum man dort so wenige Studierende sieht. 

Alte Mainbrücke

Riesenrad und Festung Marienburg

Und bei diesem Bild wollte ich eigentlich noch googeln, ob während der Corona-Hochzeit, der Absatz des Corona-Bieres gestiegen sei... zumindest kann ich mich nicht erinnern, früher solche "Ansammlungen" gesehen zu haben!


In diesem Sinne: Bleibt gesund und kommt gut in den Juli!