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Montag, 13. April 2015

HERZ AM MONTAG / von Beton zum Herz

Der Potsdamer Platz in Berlin bleibt für mich immer der Ort, wo ich zum ersten Mal bunte Rohre sah, die zum Abtransport von Wasser, das sich in Baustellengruben bildet, verwendet werden. Sie schnörkelten sich blau und pink über die Straßen und waren bunte Tore zum drunterdurch- und dranentlangfahren... Jahrelang... Denn als Niemandsland zwischen den beiden Flanken der Berliner Mauer, die ja bekanntlich 1989 aus den Fugen geriet, bildete der Potsdamer Platz Unmengen an Potenzial zum Bebauen. Und wenn der Berliner Stadtplaner Brachland sieht, dann will er da bauen. Tat er dann auch.

Diese Wasserabflussrohre sind allerdings weit entfernt vom Sony Center und Co.
Sie liegen in Neukölln.



Und sie tragen Sprüche. Aufgemalte Sprüche von Dieter Hildebrandt bis Voltaire.
Für mich sind es Glückskekse in Beton und eine feine Entdeckung. Aber lest selbst:







Das gefällt mir am Besten:
Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche;
sie ist Kühnheit und Erfindung (Ionesco)




Glückskekse am Baum hatte ich schon mal gefunden: siehe hier.
Bin mal gespannt, wo sich die nächsten Sprüchlein zum Entdecken verstecken!

Und ein klitzekleines Herz habe ich dort auch an der Wand (wieder)gefunden:

Falls jemand sich über die fehlende Steine wundert:
Links unten =  im letzten Sommer fotografiert, rechts unten = jetzt im April.
Mehr Herzen gibt es wie jeden Montag bei den Fredissimas.




Montag, 16. Juni 2014

Herz am Montag / Siloherz


Setzen wir unseren Spaziergang vom 12. Mai hier auf dem Blog fort und gehen von der Oberbaumbrücke in Berlin am Eierspeicher vorbei und immer weiter am Wasser entlang bis zur Brachstelle, wo man die Elsenbrücke von unten sehen kann.





Dort stehen zwei riesige Silos am ehemaligen Industriehafen an der Spree, inzwischen als Medien- und Modestandort bekannt. Nur wenige Meter von den umgebauten Getreidespeichern entfernt, ist hier noch eine Ahnung davon, wie Berlin nach 1989 umgebrochen wurde...

Es gibt noch viele Stellen wie diese in Berlin, die für mich die sogenannte Mauerstadt lebbar machen. Auf dem Weg dorthin finden sich bemalte Mauerstücke, die wenig Beachtung finden, auch wenn diese Relikte aus der Vergangenheit mich persönlich immer zum kurzen Innehalten anregen, denn dort an der Spree war auch der ehemalige Grenzkontrollhafen der DDR.

Umso schöner, dass jemand sich die Mühe gemacht hat, auf ein Silo der Firma Kanold zu klettern und dort üppig Herzen zu verteilen.

Mehr Montagsherzen gibt es wie jeden Montag bei den Fredissimas.