Montag, 30. März 2015

HERZ AM MONTAG / Glückskekse am Baum

Bärlauch!!!! *freu*
Vor knappen zwei Wochen als das Wetter in Berlin noch wie Frühling aussah und sich auch so benahm, erkundete ich meinen geliebten Plänterwald, um nach Bärlauch Ausschau zu halten. Der entwickelte sich schon prächtig und wäre das Wetter dieses Wochenende fahrradtauglich gewesen, hätte ich bestimmt ein paar Büschelchen ernten können...

Zettelchen????... Moment mal...
Auf meiner Erkundungstour fand ich plötzlich Zettelchen an einem Baum. Das ist in der Großstadt nicht ungewöhnlich. Schließlich suchen ständig Leute in meinem Kiez nach günstigen und schönen Wohnungen. Aber ich war ja im Wald und nicht in meinem oder in irgendjemandem Kiez. Irgendjemandem Kiez??? Irgendwems Kiez? Irgendwessen Kiez? Irgendwem sein Kiez???? ... Sorry.... das ist grammatikalisch bestimmt alles völlig falsch, aber ich komme nach so vielen Jahren in Deutschland als Nichtmuttersprachlerin IMMER noch an meine sprachlichen Grenzen... Ich weiß es einfach nicht besser... Aber ich schweife ab.... Also galt es, einen genaueren Blick auf die Zettelwirtschaft zu werfen.

Und siehe da: Herzchen, Sprüchlein wie bei den guten alten Glückskeksen, teils schon abgerissen, Lebensweisheiten ToGo...

Irgendwie herzig...

















Die lesbaren Sprüche habe ich hier mal der Einfachheit halber notiert, ihr dürft natürlich auch eure Augen quälen und selbst versuchen, zu lesen, was da steht, aber mit der Lupe im Photoshop geht's dann doch einfacher:

GLÜCKSKEKSBAUMSPRUCH 1
Wer nicht hart genug ist, dem Leben seine Bedingungen aufzuprägen, der muss die Bedinungen (sic!) hinnehmen, die das Leben bietet.

GLÜCKSKEKSBAUMSPRUCH 2
Nicht der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten Jahre zählt, sonder der, welcher sein Leben am meisten empfunden hat.

GLÜCKSKEKSBAUMSPRUCH  3
Durch die sichere Aussicht auf den Tod könnte jedem Leben ein köstlicher, wohlriechender Tropfen Leichtsinn beigemischt sein.

Der Bärlauch sagte mir übrigens mit gespaltener Zunge und einem braunblättrigen Gesichtsausdruck, dass ich wohl besser noch ein Weilchen die Finger und Geschmacksknospen von ihm lasse...

Ich hoffe, das kommende Wochenende wird sonnig und erntegünstig! Ich freue mich schon auf den nächsten Ausflug!

Mehr Herzen findet ihr auch heute wieder (wie jeden Montag) bei den Fredissimas.

Übrigens: Wenn jemand mir die korrekte Ausdrucksweise für "irgendwem sein Kiez" sagen kann, dann bitte erlöse mich aus meinem sprachlichen Leiden...Ich habe da echt gerade einen Knoten im Gehirn... LOL

Kommentare:

  1. Hm, *irgendjemandes Kiez*? Einfacher wäre wohl *das Kiez von irgendjemandem*
    Schön, wenn der Waldboden so grün wird und duftet!

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    1. Öhm, jetzt bin ich noch verwirrter... Heißt es tatsächlich DAS Kiez, nicht DER Kiez? *jetzt endgültig ins stille Kloster umziehen wird, damit mich keiner mehr sprechen hört*

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  2. Sehr schöner Beitrag, mit all den wahren Zitaten ;-)
    + meinen ersten, leckeren Bärlauch - in diesem Jahr - hatte ich auch schon !!!
    KIEZ => http://de.wikipedia.org/wiki/Kiez * ♥ NIVEAdazustell*

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    1. Uff... Also doch DER Kiez... Danke, Engelchen, für die Aufklärung.

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  3. Der zweite Spruch gefällt mir am besten.
    Schön, wenn frau so unverhofft nette Botschaften findet, da kann der Bärlauch ruhig noch ein paar Stunden warten.
    Liebe Montagsgrüße von Deinem Elfenzahn ♥

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    1. Jepp, man sollte auch öfters positive Botschaften ToGo selbst herstellen und aufhängen... Vielleicht mache ich das auch mal... So wie das hier. Das finde ich so klasse:
      http://echtlustig.com/21669/ohrwurm-zum-mitnehmen-manamana

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    2. Dib Di - Di Di Di .... *singundträller*

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  4. Bei "irgendwem sein Kiez" kennt sich sicher jeder aus ;o)

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  5. Sowas finde ich ja sehr lustig. Die hier: http://www.dekotopia.net/freebie-take-a-potion/ hab ich schon mal aufgehängt. Wurden auch fleißig abgerissen.
    Manamana badi ba dibi

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    1. Das wäre doch mal eine tolle Blogchallenge: Glückskekssprüche oder Ohrwurm-Plakate erfinden, gestalten, aushängen, fotografieren und gucken, wie es nach 1 Tag oder 1 Woche aussieht.

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    2. Am Fähranleger, "Baumschulstr" klebt schon ein Ohrwurmaufkleber.
      http://die-andere-kamera.blogspot.de/2015/02/flieg-nicht-so-hoch.html

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    3. Aha, das Lied kenne ich zum Glück nicht! Keine Ohrwurmgefähr... *Glück gehabt*

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  6. Ach, ich denk mir "irgendwem sein Kiez" versteht eh jeder!

    ...und wenn's irgendwem IHR Kiez ist?? (◐﹏◑)

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    1. It's a man's world... Weißtedoch... Aber Mein-sein-ihr-euer-unser-Kiez klingt auch nicht schlecht...

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  7. Jede Menge Freiluftlektüre mit Herz, cool!

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    1. Jepp, zum Glück nur aufgeklebt... Stell dir vor, der oder die hätte die ganzen Sprüche in den Baumstamm geritzt...

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  8. Für einen Nichtmuttersprachler schreibst Du aber sehr gut! Ich lese sonst immer nur still mit, aber mit Knoten im Gehirn lass ich ungern jemanden stehen.
    Zitat: "Aber ich war ja im Wald und nicht in meinem oder in irgendjemandem Kiez."

    Richtig wäre: .. irgendjemandes Kiez; niemandes, jemandes :)

    Selten angewandt, aber diese Wörter gibt es wirklich.

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    1. Klasse! Danke! Meist komme ich ganz gut zurecht, wenn ich ein mir nicht geläufiges Wort durch ein mir bekanntes Wort ersetze. Aber hier kam ich mit dieser bewährten Technik auch nicht weiter... und ich schnalle es auch immer noch nicht, denn ich habe gelernt: Beim Dativ kommt immer entweder ein "n" oder ein "m" dahinter... also: meinem, seinem, ihrem, eurem, unserem... Da wäre ich niemals auf "jemandes" gekommen...

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    2. ... oder beim Dativ + weiblich natürlich mit *r*.... in meiner.., mit seiner, bei ihrer etc., (und Dativ + sächlich wie bei männlich)

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  9. Ich kann das schlecht erklären. Ich bin ja kein Lehrer. Aber ich weiß, dass es auch viele Muttersprachler nicht korrekt anwenden. ;)
    Es liegt am Satzbau. Beispiel:
    Der Hund gehört jemandem. (Dativ )
    Es ist jemandes Hund. (Genitiv )

    Hilft das? Ich kann es leider wirklich nicht besser erklären.

    Die Spatzen im Plänterwald denken aber bestimmt, dass es sehr wohl jemandes Kiez ist - ihrer! :D

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    1. Öhm, aber es würde beim Beispiel Kiez heißen:

      Es ist mein Kiez / vgl.: es ist niemandes Kiez (Genitiv)
      Der Kiez gehört mir / der Kiez gehört niemandem (Dativ)
      (so weit alles klar)

      Aber:
      In meinem Kiez / in niemandes Kiez ( auch Dativ)... und da komme ich dann ins Schleudern, warum das so gebildet wird...

      Wie wär's dann mit dem Akkusativ?
      Ich gehe in meinen Kiez / ich gehe in niemandes (?) Kiez...

      Es muss wohl irgendwas mit der Tatsache zu tun haben, dass es eine unbestimmte Person ist, die genannt wird? Irgendjemand, niemand... Dafür gibt es wahrscheinlich eine Sonderregel... Wahrscheinlich ist das wieder sowas, was man im Grundkurs der Volkshochschule gelernt hätte... Ich hatte zwar null Ahnung von Grammatik, aber nach 2 Monaten Ins-Freie-Reden habe ich schon recht fließend Deutsch gesprochen, so dass man mich direkt in die Mittelstufe gesteckt hat... Und das war ein Fehler... Ich habe die ganzen Grundkenntnisse nie vermittelt bekommen und muss mir das immer mühsam zusammen reimen... Wer liest denn schon freiwillig Grammatikbücher...

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    2. Ich lese weder freiwillig noch unfreiwillig Grammatikbücher.*g*
      Ich denke, dass es sicher sinnvoll ist, zu wissen, warum etwas so oder so angewandt wird, aber ich gebe auch gleichzeitig zu, dass ich es nicht mehr hinterfrage. Ich wende es einfach an. Wenn ich es dann erklären, soll, komm ich arg ins schleudern.
      Und mal ganz ehrlich: Nicht wenige Schüler, die brav die Volkshochschulbank drückten, wenden Grammatik so an, dass einem die Haare zu Berge stehen. Zumindest die Nackenhaare*g

      Sei nicht zu streng mir Dir. :)

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    3. Muttersprachler brauchen die Kenntnis der Grammatikregel in der Regel auch nicht... Wie du schon sagtest, die wenden die Regeln einfach instinktiv an... Erklären können sie die wenigsten.... Das weiß ich und das ist für mich als Nichtmuttersprachlerin oft am schwierigsten, weil ich eben die Regeln brauche, damit ich korrekt schreiben oder sprechen kann.

      Gerade beim Dativ und Akkusativ in Verbindung mit bestimmten Präpositionen, für die beide Fälle gelten können, ist es für Nichtmuttersprachler extrem schwierig, die Fälle korrekt anzuwenden. Und dann hört man meist als Erklärung: du musst es mit "wem" oder "wen" ersetzen... DAS ist nur ein Trick, der für Muttersprachlicher funktioniert... Genauso gut könnte man bei einem Fremdwort, das man noch nie gehört hat, sagen: Ist doch einfach, zu wissen, was es ist. Man muss nur wissen, was es bedeutet... Das ist die gleiche Logik... LOL

      Aber ja, du hast recht, ich bin manchmal ein bisschen streng mit mir selbst, aber es ist manchmal frustrierend, zu wissen, dass man nie sicher sein kann, dass man fehlerfrei schreibt oder spricht. Ich hab immer Angst, dass man denkt, ich sei blöd, weil ich die Fälle nicht auseinander halten kann, aber in meiner Muttersprache gibt es diese Fälle nun mal nicht.


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    4. Deswegen erfinde ich auch so gerne Wörter... Wenn man nicht weiß, wie etwas heißt, dann erfinde einfach ein Wort dafür, das trotzdem verstanden wird oder wenigstens annähernd ähnlich klingt... Das reicht meist schon... LOL

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    5. Ja, ich denke auch, dass gerade Deutsch wirklich schwer ist. Auch wenn man eigentlich deutsch als Muttersprache hat. Schnodderigstes Bayerisch, Plattdütsch oder Kölsch als deutsch zu definieren braucht es manchmal viel Liebesmüh*g

      Worterfinden ist große Klasse und macht Spaß. Das ist widerum das tolle, dass man Worte einfach zusammenbasteln kann. Niemand hat das neue Wort je gehört und doch weiß man, was der andere meint. Ich mach das nicht nur, wenn ich nicht weiß, wie was heißt, sondern auch manchmal einfach aus Jux, oder weil ich das vorhandene Wort nicht mag, weil es gerade nicht passt - oder mir nicht passt *lach

      Natürlich eher nicht in offizieller "Mission". :D

      Ich geh dann mal so langsam Bettwärts. War echt nett mit Dir zu tippseln. Welches ist eigentlich Deine Muttersprache?

      Schlaf gut im stümischen Berlin!

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    6. Je nach Definition der "MUTTER"sprache ist es dann Schottisch oder Flämisch... LOL... Aber mit meiner Mutter habe ich eine Form von was man in der Sprachwissenschaften "Code Switching" nennt gehabt. Sie sprach Englisch/Schottisch mit mir und ich antwortetete immer auf Flämisch. Sie konnte es verstehen, aber nicht selbst sprechen.

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    7. Ich glaube, ich habe den Knoten gelöst...

      Zur Erinnerung: das war mein Problem:
      In meinem Kiez / in niemandes Kiez ( auch Dativ)... und da komme ich dann ins Schleudern, warum das so gebildet wird...

      --- Man muss "niemand" und "jemand" als Namen ansehen... Dann wäre es analog wie folgt:

      in meinem Kiez / in Lieselottes Kiez (man beachte das "s" am Ende!!!!) / in niemandes Kiez... Yeah!

      Es hat tatsächlich was mit dem Genitiv zu tun, aber durch das "m" bei "meinem", das durch das Dativ-"in" davor gebildet wird, bin ich völlig durcheinander geraten... Schließlich sagt man auch nicht Lieselottem Kiez... Puh, das war aber eine schwere Geburt bei der Erkenntnis... Fragt sich jetzt nur, warum das nicht "in meines Kiez" heißt... LOL

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    8. Nicht? In meines Bruders Kiez :)

      Ich wollt auch heute nachreichen, dass es sicher daran liegt, dass "jemand" und sogar "niemand" ein "Lebewesen" definiert.

      Damit kannst Du aber ganz sicher besseres Deutsch als manch anderer. Da käm: "In meinem Bruder sein Kiez " ..

      Gibt dazu auch ein nettes Buch: "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"

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